
Bürgermeister Fritz Fürst, Obmann Stefan Rainer, die Moderatoren Martha Lodi-Hobel und Josef Rehberger, die Dirigenten Carina Sandler, Andreas Sandler, Christoph Liedl und Bezirksobmann Martin Hausleitner (v. l.).
©Reinhard Hofbauer (NÖN)
Das Programm beim Frühjahrskonzert der Trachtenmusikkapelle Martinsberg bot unterschiedliche Musikstile und Blasmusik auf hohem Niveau.
Kapellmeister Christian Sandler freute sich bei der Begrüßung, „dass so viele Besucher – und auch ehemalige Mitglieder - der Einladung gefolgt sind“ und Abordnungen von neun Musikkapellen da waren. Nach „Gruß an Böhmen“ war der erste Höhepunkt „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, dem das gleichnamige Märchen zugrunde liegt. Dieses rhythmisch anspruchsvolle Werk ist eher untypisch für Blasmusik. Die Einleitung am Klavier spielte Cornelia Ledermüller.
Das Moderatoren-Duo Martha Lodi-Hobel und Josef Rehberger, der die Konzerte schon seit fast 30 Jahren begleitet, sorgte zwischen den Stücken immer für geistreiche und witzige Kommentare, z. B.: „Der Dirigent hält die Kapelle zusammen, die Dirigentin sorgt dafür, dass sie dabei auch noch Spaß haben.“ Gemeint war damit Carina Sandler, die Tochter des Kapellmeisters, die immer mehr in dessen Fußstapfen tritt und kurz vor dem Abschluss ihrer Kapellmeister-Ausbildung steht. Sie dirigierte die „Rapsodia Sajonia“ des sächsischen Komponisten Josef Bönisch.
Für „The Wolves of Alaska“, wieder ein rhythmisch abwechslungsreiches Werk, betrat erstmals Christoph Liedl das Dirigentenpult. Danach folgten zwei Stücke gemeinsam mit den Musikschülern des Jugendblasorchesters unter der Leitung von Carina Sandler.
Nach der Pause erklang das Highlight des Konzerts mit einem musikalischen Hochgenuss: „Diatonika“ vom Südtiroler Musiker Herbert Pixner ist ein sensationelles Werk mit wechselnden Rhythmen und interessanten Harmonien. Das Akkordeon – im Original vom Komponisten – spielte Benedikt Sandler. Diesem großartigen Werk stand das folgende kaum nach: „How to train your Dragon“, wieder unter der Leitung von Carina Sandler, hatte einen deutlichen keltischen Einschlag.
Bezirksobmann Martin Hausleitner und Obmann Stefan Rainer zeichneten drei länger dienende Musiker mit dem Verdienstmedaille in Bronze aus: Patricia Hackl, Katja Mayerhofer und Fabian Mosgöller. Die Ehrennadel in Bronze erhielt Mario Grubmüller. Das Leistungsabzeichen in Bronze schafften Sophia Enengl und Leonie Hahn.
Carina Sandler wurde die Dirigentennadel in Silber verliehen. Sie hatte den Lehrgang Ensemble- und Blasorchesterleitung mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden. Obmann Stefan Rainer ergänzte dazu: „Sie hat sich vor drei Jahren der Herausforderung zur Dirigierausbildung gestellt und meistert das mit Bravour. Diese Ausbildung des Musikschulverbands wird vom Niederösterreichischen Blasmusikverband anerkannt und dauert noch ein Jahr. Wir wissen jetzt um unseren Fortbestand.“
Stefan Rainer erwähnte auch die gute Zusammenarbeit mit der Musikschule und erläuterte den künftigen Musikschulverband Waldviertler Kernland. Er übernahm die offizielle Übergabe der neuen Konzertmappen von der Firma Hobel. Das Jungmusiker-Abzeichen hatten geschafft: Karina Kristen (Querflöte), Lorenz Temper (Saxofon), Lukas Plessberger (Posaune), Patrick Eder (Tenorhorn), Jonas Rainer (Bariton).
Und weiter ging es Schlag auf Schlag mit musikalisch hochkarätigen Werken: „The Legend of Zelda“ mit Dirigent Christoph Liedl hat ein Computer-Spiel eines japanischen Konzerns zum Inhalt. Bei „Glick“ von den Poxrucker Sisters sangen Leonora Nimpf, Isabella Hobel und Cornelia Ledermüller. Das wohl schwierigste Stück des Konzerts war „Sir Duke“ von Stevie Wonder - eine Hommage an die Jazz-Legende Duke Ellington. Dieses Werk ist schon alleine wegen des herausfordernden Rhythmus schwer nachzuspielen. Nach dem kräftigen Applaus gab es noch zwei Zugaben aus dem Standard-Repertoire.
Bericht und Foto: Reinhard Hofbauer (NÖN)