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Projekt des AZM: Wie kommt das Weltall in die Schulen?

Veröffentlichungsdatum30.04.2026Lesedauer2 Minuten
Eine Gruppe von Menschen, die für ein Foto posiert

Im Rahmen der Langen Nacht der Forschung referierte Gernot Kunz vom Space Team der Technischen Universität Wien im Astronomischen Zentrum Martinsberg über ihren Satelliten. 

AZM-Mastermind Michael Jäger verkündete bei der Begrüßung der ausgebuchten Veranstaltung: „Uns gibt es hier seit 2021. Heuer wollten wir eine Forschung anbieten. Wir haben uns dafür beworben und Gernot Kunz von der technischen Universität Wien als Referent gewonnen. Der von der TU entwickelte Satellit soll auch im Unterricht genützt werden.“ Deshalb war auch Schulqualitätsmanagerin Andrea Strohmayer anwesend. Bürgermeister Fritz Fürst freute sich, „dass so viele Leute gekommen sind“. Die Bewerbung habe dazu geführt, „dass schon am Nachmittag Leute gekommen sind, um das Weltall zu beobachten“.

Gernot Kunz erzählte über den STS1, den ersten eigenständig entwickelten Satelliten des TU Wien Space Teams, der sich ab dem Frühjahr 2026 in der Erdumlaufbahn befinden wird. „Wir haben einen Satelliten gebaut, der im Weltall fliegen soll. Wir warten darauf, dass er in Norwegen abgeschossen wird.“ Das TU Wien Space Team sei 2010 von Studenten gegründet worden, „die etwas mit Raketen machen wollten. Jedes Jahr wird eine Rakete gebaut, in einem Steinbruch getestet und abgeschossen.“ Das TU Wien Space Team sei das erste europäische studentische Team, das erfolgreich eine Flüssigtriebwerk-Rakete geflogen hat.

Die Ziele seien vielfältig: Begeisterung wecken für das Ingenieurwesen und die Wissenschaft, den praktischen Zugang zum sonst nur schwer erreichbaren Thema Satellitentechnik ermöglichen, den Einstieg in die Weltraumtechnologie für Studierende und Schüler und das Durchführen eigener Experimente im Weltall.  

Der neue Satellit ist 10x10 cm groß, etwa 1 Kilogramm schwer und wurde im 3D-Drucker gebaut. Er kann bis 500 Kilometer rauffliegen. Die Bauteile werden auf eine gekaufte Platte gelötet. Dann wird der Satellit getestet: auf Hitze und Kälte und die Funk-Funktion. Die Bodenstation zum Empfang und Senden ist auf dem Dach der TU Wien, wo auch die Betriebszentrale ist. „Das Programm der Schüler wird hochgeschickt. Die Ergebnisse des Satelliten bleiben bis zu fünf Jahren oben und werden danach abgeholt und ausgewertet.“

Die Frage, wie Schulen mit dem Space Team in Kontakt treten können, beatwortete Gernot Kunz folgendermaßen: „Die Schulen melden sich, und es folgt ein Besuch eines Mitarbeiters. Die Altersklasse ist etwa 14 bis 17 Jahre.“ STS1 bietet den Schülern einiges: Motivation, Elektronik und Software und vor allem Forschungs-Ideen wie den Temperaturverlauf einer Erdumkreisung, die radioaktive Strahlung oder den Lade- und Entladestrom einer Batterie.

Am Schluss des interessanten Vortrags präsentierte Gernot Kunz ein Video des Starts der Rakete, und Michael Jäger zeigte ein unfassbar großartiges Foto der Sonneneruption, das mit Hilfe einer Software aus vielen Einzel-Fotos zusammengefügt wurde. Abschließend meinte Michael Jäger: „Wir zeigen die Welt von unten. Ihr könnt euch das Weltall in Zukunft von oben anschauen.“ Nach dem Vortrag bestand noch die Möglichkeit der Beobachtung des Mondes und des Jupiters durch das Teleskop der Orion-Sternwarte, und Peter Schmutzenhofer erläuterte die Sternbilder.    

Bericht und Fotos: Reinhard Hofbauer (NÖN)